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Lese -Rechtschreibschwäche und/oder
Sehstörungen?
Entgegen der bisher verbreiteten Annahme, dass Sehstörungen
Ursache von Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) sind, glauben Wissenschaftler
jetzt, dass optische Lesestörungen typische Legastheniesymptome
vortäuschen können. Diese sind dann meist einfach durch
das Tragen einer Brille behebbar.
Untersuchungen an 24.000 Kindern haben ergeben,
dass jedes dritte Kind eine Brille braucht. Um sicher
zu gehen, wird deshalb empfohlen, Kinder einem Augentest
beim Optiker oder Augenarzt zu unterziehen, damit bei
einer eventuellen Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) eine
Sehstörung ausgeschlossen werden kann.
Unsere Erfahrungen haben gezeigt,
dass LRS und Sehschwäche durchaus
Hand in Hand gehen können. LRS
bedeutet, dass das Lese- und
Schreibzentrum im Gehirn nicht
ausgereift ist. Wenn das Kind die
Buchstaben eines Textes nicht richtig
sehen kann, werden diese im Gehirn
auch nicht optimal gespeichert.
Deshalb benötigen Kinder zum Lernen gute Arbeitsbedingungen,
dass heißt gute Beleuchtung und Ausstattung eines Arbeitsplatzes.
Sie brauchen große, gut lesbare Arbeitsmaterialien.
Das sind Voraussetzungen, die in den Schulen nicht immer
gegeben sind. Auch der Zeitfaktor spielt eine Rolle,
denn bei einer Lese-Rechtschreibschwäche brauchen Kinder
einfach mehr Zeit, um Aufgaben ohne Druck zu bewältigen.
Je nach Ausprägung der LRS und
Umfang des Lesestoffes sollte der
Zeitzuschlag 20% bis zu 50% betragen.
Zusätzlich zu einer gewöhnlichen
Sehschwäche ist nun auch eine
spezielle Sehstörung entdeckt worden.
Bei dieser geht man davon aus, dass
die Einstellung der Augenlinsen nicht
stimmt. Dieses Phänomen nennt man
eine Akkomodationsstörung.
Nach neuesten Erkenntnissen leiden
80% der Bevölkerung unter latentem
Schielen mit horizontaler oder
vertikaler Abweichung. Viele können
mit diesem Sehfehler problemfrei
leben, die Anderen können durch das
Tragen einer Brille diese Störung
beheben.
Nichts desto trotz leiden viele Kinder, aber auch Erwachsene,
unter chronischen Rücken, Kopf- und Nackenschmerzen,
die auf diese spezielle Sehschwäche zurückzuführen sind.
Durch eine Winkelfehlsichtigkeit werden die Augenmuskeln,
die ständig versuchen den Sehfehler auszugleichen, überstrapaziert
– das Ergebnis sind oben genannte Leiden.
Die Internationale Vereinigung für
Binokulare Vollkorrektion (www.IVBV.org)
argumentiert, dass diese
Winkelfehlsichtigkeit durch den
Einsatz von Prismenbrillen behoben
werden kann.
Durch den Einsatz von Prismen wird die Winkelstellung
der Augen künstlich verändert. Das Sehen wird angenehmer,
die Beschwerden verschwinden, der Sehfehler scheint
behoben. Kinder fühlen sich sicherer und stoßen sich
beispielsweise nicht mehr an Gegenständen an.
Problematisch ist, dass in keinem
der wissenschaftlichen Tests bisher
bewiesen werden konnte, dass eine
vermutete Winkelfehlsichtigkeit durch
eine Prismenbrille ausgeglichen werden
kann.
Außerdem müssen Prismen unter Umständen häufig verstärkt
werden, weil die Winkelstellung der Augen korrigiert
werden müssen. Das liegt daran, dass die Augenmuskeln
nach der Gewöhnung des Auges an die Prismen an Spannkraft
verlieren und daher mit der Zeit abschlaffen können.
Dann wird der Einsatz von immer
neuen und stärkeren Prismen
erforderlich.
In diesen Fällen empfiehlt die IVBV
letztendlich eine Operation an den
Augenmuskeln, die zur Behebung aller
Leiden und zur optimalen
Winkelstellung der Augen führen soll.
Eventuelle normale Sehstörungen, die
nichts mit der Winkelfehlstellung zu
tun haben, können demnach durch das
Tragen einer herkömmlichen Brille
beseitigt werden.
Es gilt Vorteile und Nachteile
objektiv abzuwägen.
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